Die Germanen wären stolz auf ihre Nachfahren

Walken - eine alte Technik neu belebt

Bad Homburg, 25. September 2006.

Viele Techniken, obwohl im Kern gleich geblieben, haben durch die Jahrhunderte ihr Gesicht verändert. Was früher Teil des dörflichen Lebens und für jeden sichtbar war, ist heute in Fabrikgebäuden verschwunden und für den Laien in Vergessenheit geraten. So ist es etwa der Tuchherstellung und dem „Walken“ ergangen. Aber es gibt Bemühungen, auf alt Hergebrachtes zurückzugreifen und es da, wo nützlich, wieder ins moderne Leben zu integrieren.

Wer durch den Taunus streift oder zu Hause Wanderkarte und Routenplaner studiert, trifft immer wieder auf die Bezeichnung "Walkmühle". Manchmal hat sich der Begriff nur noch in Straßennamen erhalten, manchmal führt der Weg auch hinab an einen Bach zu einem romantischen Gasthof, der ehemals eine "Walkmühle" war.

Walken und Walken - Bewegung mit den Füßen

Wer allerdings heute dem Wort „Walken“ begegnet oder wer selbst "walkt", hat dabei sportlich-forsches Wandern an frischer Luft im Sinn - auch dafür findet sich im Taunus reichlich Gelegenheit. Der Wortstamm ist derselbe: altenglisch „wealcan“ bedeutet „rollen, herumwälzen" - althochdeutsch „walchan“ steht für „kneten, wälzen, drehen“. Im Englischen hat sich die Bedeutung indes wegentwickelt zu "herumbewegen, fortbewegen" - und schließlich „gehen“.

In der deutschen Fachsprache blieb die Drehbewegung im Wortsinn erhalten. Denn Walken ist eine Fertigungstechnik und Veredelungsmethode während der Textilherstellung, bei der das nasse Tuch rollend geknetet wird. Noch heute wenden Steppenvölker in Zentralasien dieses Verfahren an, indem Pferde große Rollen aus Filz herumschleppen (1). Insgesamt gehört das Walken von Stoff zum Kulturschatz der Menschheit: Sein Ursprung lässt sich gut viertausend Jahre bis nach Mesopotamien (2) zurückverfolgen. Auch in Germanien wurde gewalkt - indem man Textilerzeugnisse in Wasserbottichen mit den Füßen stampfte. Im Hochmittelalter ersetzten Wasser-getriebene Mühlen das Walken mit den Füßen. Heute gibt es industrielle Verfahren mit Walkmaschinen, die sechzig Meter lange Stoffbahnen fassen.

„Oje! Jetzt passt mein Pullover nur noch der Babypuppe!“

„Oje! Jetzt passt mein Pullover nur noch der Babypuppe!“

Man walkt Stoffe, um ihnen Formstabilität zu geben und sie am Einlaufen zu hindern. Denn die Fasern verändern ihre Form, wenn sie mit Wasser und Wärme in Berührung kommen oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Das Phänomen kann man an seinen eigenen Haaren beobachten: Bei Nebelwetter kräuseln sie sich. In erster Linie denkt man aber an etwas anderes - an die leidvolle Erfahrung mit eingelaufenen Wollpullovern, die man in die Waschmaschine gegeben hatte. Das ist unkontrolliertes und ungewolltes Walken.

Bei der Textilherstellung ist Walken beabsichtigtes Schrumpfen und Fixieren des erreichten Zustandes, bevor das Material in die Hände des Käufers kommt. In großen Wasser-befüllten Trommeln wird gewebter, gestrickter oder auf andere Art gewirkter Stoff in der Weise bewegt, dass die Schuppen der Fäden aufspleißen, sich fest ineinander verhaken und so das Material durch Verfilzen fixiert wird. Das Werkstück schrumpft dabei stark und der Stoff verfestigt sich. In den heutigen Verfahren wird der mechanische Prozess teils chemisch unterstützt, durch Weichmacher und andere Chemikalien - und hat sich damit von der ursprünglichen Technik weit entfernt.

Natürlich gewalkter Stoff - für ästhetik und Funktion

Ist nicht der Hochtaunuskreis der ideale Ort, um Alt und Neu, Natur und Kultur, zu verbinden? Von schöner Umgebung inspiriert, arbeitet in Bad Homburg eine Modeschöpferin, die sich auf natürliche Stoffe besinnt und aus ihnen moderne Schnitte kreiert. Es ist Christa Maria Maas, deren Herzensangelegenheit es ist, für ihre Kollektion krisma-design.de Stoffe nur aus Naturfasern und nur mechanisch gewalkt zu verwenden. So entsteht Mode zum Wohlfühlen, die der Haut schmeichelt

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Spinnrad und Webstuhl im Hessenpark-Stil sind heute passé. Diese Techniken genügen den modernen Anforderungen nicht mehr. Aber reine Naturgarne, deren Namen man seit Jahrhunderten und Jahrtausenden kennt: Das ist der Grundstock für die Damenkollektion „Krisma“. Die Garne - aus Baumwolle, Leinen, Hanf, Brennnessel, Bambus, Seide sowie aus Wolle von Schaf und Ziege - sind Schadstoff-geprüft und mit öko-Siegeln ausgezeichnet. Hieraus lässt die gelernte Modemacherin Christa Maria Maas in professionellen öko-Werkstätten Stoffe wirken. Gewalkt wird nur in klarem Wasser, ohne Zusätze. Das Wollegewebe, das diesem Prozess unterzogen wurde, ist weich und flauschig, gleichzeitig dicht. Die einzelnen Fasern schließen Luft ein - das macht die Walkwolle atmungsaktiv und gleicht Schwankungen des körpereigenen Wärmehaushaltes aus. Damit wärmt das Produkt Walkwolle nicht nur im Winter, ideal trägt es sich ebenso im heißen Sommer und hält dann die Haut trocken und kühl. Klar: Für Sommertops werden nur dünnste Garne verwendet, mit Durchmessern bis minimal ein zwanzigstel Millimeter. Ein 36 Meter langer Faden wiegt nur ein Gramm!

Natur und Schick: Das ist Mode mit Kick

Naturkleidung: Wem fallen bei allem nicht die Germanen am Limes ein oder wer denkt nicht an "Ronja Räubertochter" im braunen Grobstoffgewand? Wer solches vor Augen hat, den überraschen Christa Maria Maas´ moderne Kreationen für die Frau von heute.

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Denn farbenfroh geben sich die Stoffe, einfallsreich präsentieren sich die Schnitte und anschmiegsam ist die Passform! Die jährlich wechselnde Kollektion mit dem gesuchten Krisma-Label umfasst Mäntel, Jacken, Pullis, Tops, Westen, Kleider, Trägerkleider, Blusen, Kostüme, Röcke und Hosen - sogar Hüte, Schals und Handschuhe: alles Hingucker für die selbst bewusste Frau. Weich fließende Formen wechseln mit frechen Schnitten ab, Klassisches steht neben junger Mode. Ein besonderer Knopf, ein ausgefallenes Schmuckstück, ein aufwendiger Gürtel oder die passende Kopfbedeckung setzen Akzente - auch sie Natur pur. So entsteht gut gelaunte Mode für jede Größe. Wer neugierig ist, macht am besten einen Modespaziergang unter www.krisma-design.de. Auf dieser Website führen Models Kleidungsstücke vor, dazu konkretisieren Abbildungen von Stoffproben und Farbmustern die Eindrücke.

Anprobieren kann frau die Mode bei „Lebensart“, Bad Homburg-Ober-Erlenbach, in der hessischen Staatsdomäne Oberhof (3), darüber hinaus in mehr als vierzig Fachgeschäften, auch im Ausland. Bei „Lebensart“ lädt Modedesignerin Christa Maria Maas dazu ein, die Stoffballen zu befühlen und Farbkarten auf sich wirken zu lassen. Wer will, lässt Kleidung sogar nach ganz persönlichen Vorstellungen schneidern oder nimmt Stoff mit und näht zu Hause nach eigenem Schnittmuster.

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“, heißt es in Goethes Faust I. überkommenes prüfen, was wertvoll ist, mit modernem Leben füllen - das ist Designermode aus Naturfasern, natürlich gewalkt.

Anmerkungen:
(1) www.wikipedia.org - Artikel „Walken“
(2) www.wild-wald.com/Walkfibel.htm
(3) „LebensArt“, Laden im Oberhof, Burgholzhäuser Straße 2, 61352 Bad Homburg. www.lebensart-natur.de

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KRISMA Design
Modedesign mit Naturstoffen

Christa Maria Maas, Inhaberin

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